über mich

 


Rolf Stirnemann © Matthias Egger          Ich glaube, dass das „Persönliche“ in der Kunst,
          wenn man sich ihm wirklich hingibt,  
          die wertvollste Eigenschaft der Kunst ist,
          und gerade das wünsche ich sehnlichst 
          in mir und für mich zu finden. 

                                                               Eva Hesse

© Matthias Egger/ www.matse.ch


Wie meine Bilder entstehen

Es ist eine Freude für mich, neue künstlerische Wege zu gehen, zu entwerfen, zu kreieren. 
Oft entsteht eine Ideen zunächst im Kopf auf Wanderungen. Äussere Bewegung bringt eine innere Bewegung in Gang. So können eigene Erlebnisse, Gedanken, Gefühle zu Wort kommen. Auf solchen Wanderungen oder Spaziergängen können sich Impulse für neue Entwicklungen in meinem Kunstschaffen formen. 
Auch weltweite Themen und allgemeines Tagesgeschehen, das durch die Medien zu uns kommt, kann sich durch die bildnerische Gestaltung in mir lösen. In meinen Werken können sich z.B. Katastrophen spiegeln, so zum Beispiel die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, das Erdbeben in Haiti oder die Katastrophe in Japan. Diese Ereignisse sind für mich persönlich tiefgreifend. Wenn es mir gelingt, das furchtbare Geschehen in entsprechenden Bildern auszudrücken, kann ich es gleichzeitig wenigstens teilweise verarbeiten. Ich versuche, die Ereignisse auf diese Weise im Keim zu verstehen.
Wenn ich mich in mein Atelier hingezogen fühle, lasse ich mich sehr gerne von klassischer Musik begleiten und beflügeln (z.B. Brahms, aber auch leichte Klavierstücke von Chopin). Luft, Licht, feine Musik – dann gibt es für mich Momente, wo ich mich tief entspannen und der Malerei hingeben kann.


Raum und Zeit vergessen - Momente der Präsenz

Es ist pure Lebensfreude, die mich beim Malen packt. Ich vergesse Raum und Zeit. In diesem inneren Raum, in dem ich mich während des Schaffens aufhalte, fühle ich mich meiner inneren Präsenz sehr nahe. Ich bin dort wirklich „Ich“. Durch diese Inspiration begebe ich mich innerlich auf eine andere Ebene. Beim Malen nehme ich meine momentane Stimmung auf. Wenn ich dann bereit bin, alles zu riskieren und den Kopf loszulassen, gelingen mir die besten Ergebnisse. Ich liebe diese Momente totaler Präsenz und wünschte, sie wären in jeder Lebenslage mehr und mehr möglich!
Wenn ich dann bereit bin, mich meiner Phantasie zu überlassen, taucht ein Bild vor meinem inneren Auge auf, das zu Papier (Holz, Plexiglas) gebracht und liebevoll gemalt werden möchte. Am besten kann ich es so ausdrücken: die Muse muss mich küssen... Dann tanzt das Leben mit mir und es wird mir fast ein wenig schwindlig, - vor Freude. In meiner Malerei steckt sozusagen mein Herzblut drin.

Meine Bilder entstehen aus Liebe zu Farben und aus dem intensiven Erleben, mit Farben experimentieren zu dürfen. Immer wieder ist es ein grosses Vergnügen für mich, neue Wege in der Kunst gehen zu können. Ich wünschte mir, dass diese Freude im einzelnen Bild zum Ausdruck kommen kann und Menschen anspricht. Vielleicht kann der Betrachter eines Bildes diese Freude ähnlich erleben? Wie schön, wenn ein Besucher einer Ausstellung offen bleibt und sich zum Staunen bewegen lassen kann!



Arbeiten mit verschiedenen Techniken und Materialien

Die aller schönste Aufgabe ist es für mich, immer wieder neue Projekte zu kreieren. Wenn ich Ideen in die Welt bringen kann, die leben und etwas ausdrücken, fühle ich mich glücklich. Ich möchte immer wieder Neues entdecken – auch mal neue Materialien, nicht nur Karton, Leinwand, auch mal ein total neues Material, z. B. Plexiglas oder Holz.
Seit zwei Jahren gestalte ich u.a. Kunstwerke in einer besonderen und selten benutzten Technik – der Enkaustik, die in ihren Ursprüngen schon im alten Griechenland zum Einsatz kam. Die Werke entstehen unter Verwendung von Bügeleisen und Wachs. Ich arbeite gerne mit dem Material Plexiglas. Das Material spricht mich in seiner Art an. Es ist fest und stabil und es lässt sich gut mit ihm arbeiten. Auch die Kombination von Enkaustik und Plexiglas gelingt, - das Material schmilzt nicht! 
Auch dass die Bildern einen Namen bekommen, ist mir wichtig. Da ist Fantasie gefragt. Manchmal dauert es einige Zeit, bis mir der Titel ins Bewusstsein gekommen ist: dieser Einfall kommt aus meiner innersten Überzeugung und fliesst mir sozusagen zu.


Zusammenarbeit mit anderen Künstlern

Eine besondere Freude ist es für mich, wenn Ideen aus verschiedener künstlerischer „Handschrift“ zusammenfliessen können. Ich arbeite zusammen mit Florina Grünberg-Ernst, Dipl. Grafik-Designerin, aus Deutschland, die sich für ihre anmutige und originelle Gestaltung von aparten Magnet-Vögeln längst einen Namen gemacht hat. Ihre Vögel schweben anmutig auf einem Untergrund, der in meinem Atelier entstanden ist.


Kunst im Alltag

Immer wieder ist es mein Anliegen, diese lebendigen Farben und Formen und meine Bilder in praktische Gegenstände einzuarbeiten, wie in Kissenbezüge, Sets, Magnettafeln, ... Briefkarten. Meine Idee ist hierbei, auch den Alltag durch kunst- und liebevoll gestaltete Accessoires fürs Auge sinnlich zu gestalten und dadurch zu bereichern.


Aussicht

Obwohl ich in meiner künstlerischen Arbeit zielbewusst bin und oft lange an einem ganz bestimmten Effekt arbeite, möchte ich meine Kraft dennoch auch immer wieder dorthin lenken, wo ich neue Impulse aufgreifen kann und ganz Neues, für mich noch nie Dagewesenes entsteht. 
So möchte ich in meinem Kunstschaffen immer in Bewegung bleiben, mich weiterentwickeln und immer wieder neue Ideen für Gestaltungsmöglichkeiten in der Malerei aufgreifen. 

An dieser Stelle danke ich der Künstlerin Frau Birgit Suchan für die stets gute und kollegiale Zusammenarbeit.

Rolf Stirnemann